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Welche Verfahren zur Herstellung von koffeinfreiem Kaffee gibt es? Wir von Bertschi-Café verstehen das Rösten von Kaffee als Handwerk mit Tradition. Dank unserer mehr als 80-jährigen Erfahrung bieten wir Ihnen Kaffee an, der zu 100 Prozent nachhaltig und fair produziert wurde. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick, wie die Herstellung von koffeinfreiem Kaffee funktioniert.

Woher kommt die Idee, koffeinfreien Kaffee herzustellen?

Manchmal geht es um die Gesundheit, eine Schwangerschaft oder Schlafprobleme. Für viele Menschen gibt es gute Gründe, auf Koffein verzichten zu wollen. Die Idee, Kaffeebohnen zu entkoffeinieren, stammt aus dem Jahr 1903. Damals war der Bremer Kaffeehändler Ludwig Roselius davon überzeugt, der Tod seines Vaters sei auf einen erhöhten Kaffeekonsum zurückzuführen.

Aus diesem Grund entwickelte Roselius ein Verfahren, bei dem die Bohnen zunächst in Salzwasser eingelegt wurden. Anschliessend wurde unter Einsatz von Benzol das Koffein aus der Bohne extrahiert. Das nach seinem Erfinder benannte Roselius-Verfahren findet heute keine Verwendung mehr, da Benzol als krebserregend gilt.

Was ist eigentlich koffeinfreier Kaffee?

kaffee wird zubereitet

Bei entkoffeiniertem Kaffee handelt es sich um Kaffeesorten, die durch spezielle Verfahren von Koffein befreit wurden. Von den am häufigsten genutzten Bohnensorten Arabica und Robusta bietet sich insbesondere Erstere für koffeinfreien Kaffee an. Warum? Arabica-Bohnen enthalten von Natur aus rund 50 Prozent weniger Koffein als Robusta-Bohnen.

So kommt gerösteter Kaffee aus Arabica-Bohnen auf einen Koffeingehalt von etwa 1,2 Prozent. Bei Robusta-Bohnen sind es nur 2,6 Prozent.

Doch ist koffeinfreier Kaffee wirklich gesund? Zumindest weist er die gleichen der Gesundheit förderlichen Eigenschaften auf wie sein koffeinhaltiges Äquivalent. Beachten Sie allerdings, dass alle koffeinfreien Kaffees noch sehr geringe Mengen Restkoffein enthalten.

Welche Verfahren zur Herstellung von koffeinfreiem Kaffee werden heute angewandt?

Auch entkoffeinierter Kaffee weist unzählige Aromen auf. Da den Bohnen während des Entkoffeinierungsprozesses aber Stoffe entzogen werden, verändert sich ihr Geschmack. Ausschlaggebend dafür ist das angewandte Extraktionsverfahren. Dies sind die vier Verfahren, die am häufigsten genutzt werden:

  • Schweizer-Wasser-Prozess 
  • direktes Verfahren mit Lösungsmitteln 
  • CO2-Methode 
  • Triglycerid-Methode 

Der Schweizer-Wasser-Prozess

Dieses aus den 1970er-Jahren stammende Verfahren wurde von der Swiss Water Decaffeinated Coffee Company entwickelt. Zunächst werden die grünen Kaffeebohnen in heisses Wasser eingelegt. Darin verbleiben sie so lange, bis sich das Koffein und andere Bestandteile aus den Bohnen gelöst haben. Die Bohnen sind danach nicht mehr verwendbar und werden entsorgt.

Das Wasser samt Koffein und den anderen gelösten Kaffeeanteilen wird durch einen Aktivkohlefilter gepresst. Auf diese Weise wird das enthaltene Koffein entfernt. Das Wasser enthält nun zwar kein Koffein mehr. Es trägt aber weiterhin den vollen Geschmack des Kaffees in sich.

In dieses Wasser gibt man anschliessend frische Kaffeebohnen. Nun wird den neuen Kaffeebohnen das Koffein entzogen, während sie gleichzeitig den Kaffeegeschmack des Wassers annehmen. Abschliessend werden die Bohnen getrocknet.

Die Schweizer-Wasser-Methode hat den Vorteil, dass sie ohne chemische Prozesse auskommt. Sie ist jedoch sehr aufwendig und teuer. Heute wird das Verfahren aus wirtschaftlichen Gründen kaum noch angewendet. Als erschwerender Grund kommt hinzu, dass das Verfahren nicht besonders umweltfreundlich ist. Zum einen ist der Wasserverbrauch sehr hoch. Zum anderen nutzt man Rohkaffee, der anschliessend für die Weiterverwendung ungeeignet ist.

Das direkte Verfahren mit Lösungsmitteln

kaffeebohnen bertschi cafe

Sehr häufig kommt heute das sogenannte direkte Verfahren zum Einsatz. Zunächst werden die Kaffeebohnen für 30 Minuten Wasserdampf ausgesetzt. Danach werden sie zehn Stunden in einem Lösungsmittel gebadet. Bei diesem handelt es sich entweder um Dichlormethan oder Ethylacetat. Anschliessend folgen weitere zehn Stunden, in denen die Bohnen trocknen und sich das Lösungsmittel von ihnen trennt.

Heutzutage steht Dichlormethan im Verdacht, Krebs zu erregen. Daher gilt gerade der letzte Schritt – die Trennung des Lösungsmittels von den Bohnen – als überaus wichtig. Ethylacetat dagegen gilt als unbedenklich. Deshalb dürfen Kaffeebohnen, die mit Ethylacetat entkoffeiniert wurden, als natürlich entkoffeiniert bezeichnet werden.

Die CO2-Methode

Auch die CO2-Methode kommt häufig zum Einsatz. Sie ist besonders beliebt, da sie ganz ohne potenziell schädliche Lösungsmittel auskommt. Nachdem die Bohnen mit Wasserdampf vorbehandelt wurden, wird das CO2 mit hohem Druck durch sie hindurch gepresst. Im Anschluss verdampft das CO2.

Zurück bleiben die Bohnen und reines Koffein. Die CO2-Methode ist zwar ebenfalls aufwendig, aber auch schonender. Letztlich erhält man ein besonders wohlschmeckendes Produkt.

Die Triglycerid-Methode

Bei dieser Methode werden die Kaffeebohnen in heisses Kaffeewasser gelegt. Dadurch gelangt das in ihnen enthaltene Koffein an die Oberfläche. Anschliessend gibt man die Bohnen für mehrere Stunden in heisses Kaffeebohnenöl. Das im Öl enthaltene Triglycerid löst das Koffein aus den Bohnen. Schliesslich werden die Bohnen entölt und getrocknet.  

Gibt es natürlich entkoffeinierten Kaffee?

natürlicher kaffee

In jeder Kaffeebohne stecken rund 400 chemische Bestandteile. Diese sind für das Entstehen des typischen Kaffeegeschmacks während der Röstung verantwortlich. Während der Entkoffeinierung gehen jedoch manche dieser Bestandteile verloren, und das Endprodukt verändert seinen Geschmack. Um das Aroma des Kaffees zu erhalten, bemühen sich Forscher, eine von Natur aus koffeinfreie Kaffeesorte zu entwickeln.

So entdeckten Wissenschaftler in Äthiopien im Jahr 2004 eine seltene, koffeinfreie Arabica-Pflanze. Seitdem laufen weltweit zahlreiche Forschungen, die darauf abzielen, eine Kaffeebohne zu züchten, die natürlicherweise kein Koffein enthält. Grosse Bemühungen stellt zum Beispiel die Universität Campinas in Brasilien unter Leitung des Wissenschaftlers Mazzafera an.

Zwar sind die Forschungsergebnisse durchaus vielversprechend. So gibt es bereits mehrere Kaffeebohnen, die einen geringeren Koffeingehalt aufweisen als herkömmliche Sorten. Diese sind für eine kommerzielle Nutzung bislang aber nicht ertragreich genug. Es wird spannend sein, die zukünftige Entwicklung der Forschung in diesem Bereich zu verfolgen.  

Welche Sorten von koffeinfreiem Kaffee gibt es?

soirée coffex

Koffeinfreier Kaffee hat in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Immer mehr Menschen bevorzugen Kaffee, der sie nicht wach macht oder hält und ihren Schlafrhythmus nicht zu sehr beeinflusst. Dabei werden die Hersteller immer besser darin, koffeinfreien Kaffee herzustellen, der schmeckt wie «echter» Kaffee. Man darf die gesunde Alternative also durchaus geniessen.

Ob also entkoffeiniert oder nicht: Es kommt darauf an, hochwertigen Kaffee zu erwerben. Wer den koffeinfreien Start in den Tag geniessen will, sollte allerdings darauf achten, welchen Kaffee er kauft. Ganz wichtig ist, dass eine möglichst schonende, naturnahe Methode der Entkoffeinierung eingesetzt wurde. Diese sollte auf der Verpackung explizit ausgewiesen sein.

Zum Beispiel sollte man darauf achten, dass die Bohnen nicht mit dem potenziell krebserregenden Lösungsmittel Dichlormethan behandelt wurden. Wie immer gilt also: Qualität zahlt sich aus!

Bei Bertschi-Café ist der Soirée Coffex als nervenschonende Mischung aus Arabica- und Robusta-Bohnen erhältlich. Aufgrund seiner mittleren Röstung können Sie die Bohnen bei richtiger Mahlung auch als Espresso geniessen.

Kaffeebohne kaufen

Übrigens: Genau wie herkömmliche Kaffee tragen auch entkoffeinierte Kaffees Zertifizierungen. So gibt es koffeinfreie Produktzertifizierungen, die bestätigen, dass der jeweilige Kaffee einem ordnungsgemässen Entkoffeinierungsprozess unterzogen wurde. Daneben tragen koffeinfreie Kaffeesorten auch herkömmliche Güte-Siegel. Dazu gehören beispielsweise die von Bertschi-Café geführten Siegel von Demeter, Bio Suisse, der Max Havelaar-Stiftung und EURO-Bio

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