Im zweiten Teil unserer Serie erfahren Sie, wie sich bei der Kaffeeernte das richtige Timing und Fingerspitzengefühl entscheidend auf die Qualität auswirkt.

Der richtige Zeitpunkt für die Kaffeeernte

Die Zeit für die Kaffeeernte ist stark von den geographischen und klimatischen Bedingungen abhängig und darum in jedem Anbauland unterschiedlich. So kann Kaffee in den meisten Anbaugebieten einmal, in manchen auch zweimal im Jahr geerntet werden.

Eine einheitliche Erntezeit gibt es bei Kaffee nicht. Südlich des Äquators ernten die Kaffeebauern von April bis August, nördlich des Äquators erfolgt die Kaffeeernte von Juli bis Dezember und direkt am Äquator können die Bauern während des ganzen Jahres ernten. Je nach Sorte, Region und Klima kann es bis zu 12 Wochen dauern, bis die Ernte fertig ist.

Der Zweig eines Kaffeestrauches kann gleichzeitig Blüten und Früchte in allen Reifestadien tragen. Für eine ausgezeichnete Kaffeequalität, werden nur die roten, reifen Kaffeekirschen gepflückt. Unreife und überreife Kirschen beeinträchtigen den Geschmack des Kaffees nachteilig.

So beinhalten grüne, unreife Kirschen viele unfertige Säuren und wenig Kaffeenuancen und überreife, schwarze Kirschen schmecken unangenehm faulig.

Einzeln oder zusammen – Zwei unterschiedliche Erntemethoden

Mit der Picking-Methode werden bei der Kaffeeernte nur die reifen Kirschen vom Zweig „gepickt“. In regelmässigen Abständen besuchen deshalb die Erntehelfer die einzelnen Kaffeesträucher und pflücken sorgfältig – Kirsche für Kirsche – die reifen Früchte von den Zweigen. Klar, dass diese zeit- und arbeitsaufwendige Erntemethode eine besonders gute Qualität ergibt.

Für ein Kilogramm Bertschi-Café benötigt man um die fünf Kilogramm Kaffeekirschen. Das entspricht ungefähr der durchschnittlichen Ernte von sechs Kaffeesträuchern. Erfahrene Pflücker können während der Haupternte bis zu 120 Kilogramm reife Kaffeekirschen pro Tag pflücken, was in etwa 20 Kilogramm Rohkaffee entspricht.

Dabei ist die Tagesleistung nicht allein von der Geschicklichkeit der Kaffeepflücker abhängig. Auch die Beschaffenheit und Lage der Plantage ist entscheidend: Das Gefälle, der Abstand der Schattenbäume, der Wuchs sowie die angebaute Kaffeesorte

Das komplette Gegenteil ist die Stripping-Methode. Bei dieser Methode werden bei der Kaffeeernte alle Kirschen eines Zweiges in einem Zug vom Zweig „gestreift“. Dabei nehmen die Bauern keine Rücksicht auf den unterschiedlichen Reifegrad der Früchte. Die Bauern ernten, wenn die meisten Kirschen reif sind.

Diese Erntemethode ist schnell. Pro Kaffeestrauch benötigt ein Erntehelfer nur rund 15 Minuten. Für eine ansprechende Kaffeequalität werden die Früchte anschließend nach Reifegrad sortiert und fremde Bestandteile wie Blätter und kleine Äste aussortiert. Wird das nicht sorgfältig gemacht, leidet die Qualität des Kaffees.

Aus Kirschen werden Bohnen

Eine Kaffeekirsche besteht aus 60 Prozent Wasser und ist leicht verderblich. Damit der Kaffee den weiten Weg zu uns ohne Schaden übersteht, muss man darum sofort nach der Ernte mit der Aufbereitung zu Rohkaffee beginnen. Entsprechend den in der Anbauregion vorherrschenden natürlichen und klimatischen Bedingungen gibt es zwei grundsätzliche Aufbereitungsmethoden für Rohkaffee.

Bei der nassen Aufbereitung (Washed) wird als erstes das Fruchtfleisch der Kirsche abgequetscht. Übrig bleiben die zwei Kerne, die eigentlichen Kaffeebohnen. Im darauffolgenden Wasserbad werden die Kerne für 12 bis 36 Stunden der geschmackprägenden Fermentation unterzogen. Anschliessend reinigen die Bauern die Bohnen nochmals sorgfältig und trocknen sie maschinell oder natürlich an der Sonne.

Bei der trockenen Aufbereitung (Natural) werden die frisch gepflückten Kaffeekirschen drei bis vier Wochen in der Sonne getrocknet. Die geschmacksbildende

Fermentation findet nur bedingt, im eigenen Fruchtfleisch der Kaffeekirsche statt. Um gleichmässig zu trocknen und Schimmel natürlich zu vermeiden, wendet man die trocknenden Kirschen ständig. Nach der Trocknung trennt man das trockene Fruchtfleisch maschinell von den Bohnen.

Liebe auf den ersten Schluck

Damit wir den hohen Erwartungen an eine Tasse guten Kaffee gerecht werden, wählen wir Kaffeebauern aus, die bei der Kaffeeernte viel Wert auf Zeit, Gründlichkeit und Fleiss legen. So ist es selbstverständlich, dass wir für unser Kaffeesortiment nur ausgewählten, handgepflückten und schonend aufbereiteten Rohkaffee berücksichtigen und verarbeiten. Diesen Qualitätsanspruch können Sie mit jedem Schluck unserer Kaffees geniessen.

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Fairtrade und Bio ist unser Engagement und unsere Überzeugung. Den ausgewählten Rohkaffee für unser Fairtrade- und Bio-Sortiment importieren wir direkt von den Kooperativen aus den Anbauländern. Fairer und respektvoller Umgang mit unseren Kaffee-Partner, Mitarbeiter und Transparenz zu unseren Kunden stehen für uns an erster Stelle.

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