Die Kaffeepflanze – eine Diva unter den Nutzpflanzen

Erfahrt in einem 5-teiligen Beitrag „Der Weg von der Pflanze bis zum gerösteten Kaffee“, was alles hinter unserem feinen Bio- und Fairtrade-Kaffee steckt. Los geht’s mit Teil 1: Die Kaffeepflanze.

Die Kaffeepflanze – eine Diva unter den Nutzpflanzen

Kaum eine andere Nutzpflanze ist so anspruchsvoll und benötigt soviel Aufmerksamkeit, wie die Kaffeepflanze. Ganz nach ihrer eigenen Maxime: von allem gerne genügend, aber ja nicht zu viel. Aber die Kaffeepflanze hat noch einige ganz besondere Eigenheiten zu bieten.

Von der Wildpflanze zur weltweiten Kulturpflanze

Die Kaffeepflanze (Coffea) stammt ursprünglich aus Äthiopien und dem Sudan. In den arabischen Ländern kultiviert und von den Europäern übernommen, wurde die Kaffeepflanze eine der am meisten angebauten Kulturpflanzen in den europäischen Kolonien. Bereits im frühen 18. Jahrhundert war sie ein wertvolles Handelsgut.

Von den rund 124 bekannten Coffea-Arten sind jedoch nur zwei Sorten von wirtschaftlicher Bedeutung – Coffea arabica und Coffea canephora. Besser bekannt als Arabica- und Robusta-Kaffee. Zusammen decken diese zwei Sorten 98% der gesamten Weltproduktion an Kaffee ab. Dabei teilt sich der globale Anbau in rund 60% Arabica und etwa 40% Robusta auf.

Die restlichen 2% teilen sich ein paar kaum bekannte Kaffeearten. Diese werden auch nur in den Anbauländern konsumiert und haben für den Weltmarkt keine Bedeutung.

Kaffee wächst nicht in der Schweiz

Kaffeeblüte

Die immergrüne Kaffeepflanze braucht ein mildes und ausgeglichenes Klima, mit Temperaturen zwischen 15 bis 25 Grad. Alles, was davon abweicht, behagt ihr nicht und Frost mag sie überhaupt nicht. Sie hat es gern gleichmässig feucht. 1500 bis 2000 mm Niederschläge pro Jahr sind ideal – aber nicht mehr und schon gar nicht weniger. Die Kaffeepflanze liebt die Sonne, aber nicht zu sehr und auch nur in erträglichen Massen.

Auch an den Boden werden hohe Ansprüche gestellt. Nährstoffreicher, lockerer und gut durchlüfteter Humus ist Grundvoraussetzung. Ein neutraler bis leicht saurer pH-Wert sorgt für einen guten Wuchs. Die idealen Bedingungen für den wirtschaftlichen Kaffee-Anbau finden sich im „Kaffeegürtel“ rund um den Äquator.

Somit ist auch schon klar, warum Kaffeepflanzen nicht in der Schweiz wachsen. Es ist ihnen hier schlicht zu trocken und zu kalt.

Eine sensible Pflanze mit Charakter

Junge Kaffeepflanze

So anspruchsvoll, wie die Pflanze auch ist, sie besitzt – je nach Sorte – einige interessante Eigenheiten. Die Kaffeepflanze wächst als Strauch. Unkultiviert erreicht sie eine Höhe von 6 bis 15 Metern. Um die Ernte und Pflege zu erleichtern, werden die Sträucher aber auf eine Höhe von 2 bis 3 Meter beschnitten.

In der Regel bringt ein Kaffeestrauch nach 2 bis 4 Jahren die ersten Erträge und erreicht nach 6 bis 8 Jahren die maximale Kapazität. Nach 25 Jahren gehen die Erträge allmählich zurück und der Strauch wird aus wirtschaftlichen Gründen ersetzt. Faktoren wie Pflege, Gesundheit sowie Klimawandel und Bodenerschöpfung beeinflussen den Lebenszyklus der Kaffeepflanze entscheidend.

Die Blütezeit der Kaffeepflanzen richtet sich stark nach der Regenzeit. In der Blütezeit kann ein erwachsener Strauch bis zu 40 000 Blüten tragen. Die weissen Blüten erinnern in Duft, Farbe und Form an Jasmin – sind aber nur wenige Stunden befruchtungsfähig.

Alle Kaffeearten sind auf Fremdbefruchtung durch Insekten oder Wind angewiesen. Einzig die Arabica ist in der Lage, sich selbst zu befruchten. Obwohl die Blüten nur sehr kurz blühen, kann sich die Blütezeit bis zu 4 Wochen hinziehen – in manchen Anbaugebieten auch über mehrere Monate. Im konstanten Klima am Äquator, ohne klaren Unterschied zwischen Trocken- und Regenzeit, kann eine Kaffeepflanze fast ganzjährig blühen und Früchte in verschiedenen Reifegraden gleichzeitig tragen.

Weiche Schale, harte Kerne

Kaffeekirschen

Die Früchte der Kaffeepflanze sind rote, kirschähnliche Steinfrüchte mit meist zwei Steinkernen – den eigentlichen Kaffeebohnen. Je nach Sorte brauchen die Kaffeekirschen 6 bis 11 Monate bis zur vollständigen Reife. Dabei wechselt die Farbe der Kirschen von Grün zum reifen Rot. Während dieser Reifephase lagert die Kaffeekirsche ihre typischen und komplexen Nuancen und Aromen ein.

Normal ist eine Kaffee-Ernte pro Jahr. Da nicht alle Früchte gleichzeitig reif werden, kann die Erntezeit durchaus 10 bis 12 Wochen dauern. Jedoch konzentriert sich die Haupternte in der Regel auf eine Zeit von 6 bis 8 Wochen.

Der Unterschied zählt

Arabica wird auf einer Höhe von 900 bis 2500 Metern angebaut, hauptsächlich zwischen dem 23° nördlicher und 25° südlicher Breite. Die wesentlichen Anbaugebiete liegen in den Hochtälern von Süd- und Mittelamerika. Durch die Lage der Anbaugebiete wachsen und reifen die Früchte langsamer. Der Geschmack der Arabica-Bohnen wird allgemein weicher, aromatischer und weniger bitter eingeschätzt als die der Robusta-Bohnen und mit 1% bis 2% Koffein ist der Arabica milder und schonender.

Die Anbaugebiete von Robusta liegen unterhalb von 900 m. Der Anbau beschränkt sich auf den 10. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators. Die Anbaugebiete liegen überwiegend in Afrika und Asien. Wie der Name es treffend beschreibt, ist Robusta widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten. Die Kaffeepflanze ist schnellwüchsiger und erträgt Temperaturschwankungen etwas besser. Geschmacklich überzeugt die Robusta mit einem volleren und kräftigeren Körper und mit bis 4,5% Koffein ist er der bedeutend bessere Wachmacher.

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