Fairtrade & Bio

Wir werden immer wieder auf unsere Kaffees angesprochen und gefragt was Nachhaltigkeit, Fairtrade und Bio bei Kaffee bedeutet, bewirkt und ob Fairtrade und Bio den auch wirklich den Produzenten zugute kommt.

Fairtrade

Wurde fairer Handel und Bio in den Anfängen noch als Nische abgetan, ist es heute zu einem glaubwürdigen Engagement geworden und längst in der Gesellschaft verankert. Für uns ist es nicht einfach nur ein Trend sondern echte Überzeugung und Engagement.

Fairtrade und Bio bringt allen Beteiligten etwas. Angefangen bei der gerechten Entlohnung der Kaffeebauern für die harte Arbeit, bis hin zu den positiven und nachhaltigen Auswirkungen für die ganze Anbau-Region. Dazu kommen die nachhaltigen positiven Auswirkungen an der Umwelt, Natur und Artenvielfalt durch den ökologischen und biologischen Anbau. Und ganz am
Schluss der gute Kaffee in meiner Tasse – garantiert ohne schädliche Rückständen.

Das fair gehandelter und biologisch angebauter Kaffee immer mehr gefragt ist beweisen unsere Importzahlen. Waren es in der Anfangszeit noch rund 8 Tonnen fair und biologisch produzierten Kaffee so sind es heute über 80 Tonnen die wir zum Fairtrade- und Bio-Kaffee rösten und verarbeiten.


Kaffeewissen

Kaffee ist ein wichtiger Rohstoff und das meist konsumierte Getränk der Welt. Rund 8 Millionen Tonnen Kaffee werden weltweit geerntet aber nur 1.5 % fair gehandelt.

Die Schweiz hat weder das Klima noch können wir in unseren Bergen Kaffee anpflanzen. Trotzdem – im internationalen Kaffeehandel wird rund 70 Prozent wird über die Schweiz abgewickelt.

Mit einem Verbrauch von9 Kilogramm Kaffee oder 1200 Tassen pro Jahr und Kopf sind wir Schweizer vorne mit dabei. Marktanteil von fair gehandeltem Kaffee um die 5%.

Für die gesamte Weltproduktion eines Jahres an Rohkaffee arbeiten rund 25 Millionen Kaffeebauern in über 90 Ländern. Die Kleinbauern und Plantagenangestellte in den Anbauländern leben meist an der Schwelle zur Armut. Sie leiden unter schwankenden Rohstoffpreisen, den immer höheren Lebenskosten und den Folgen des oftmals ausbeuterischen lokalen Zwischenhandels. Ein grosses Thema ist auch der Klimawandel, verbunden mit der Angst vor Ernteverlusten. Die Folgen reichen von Verschuldung über Arbeitslosigkeit bis zu Verelendung. Alternativen zur angestammten Produktion gibt es nur wenige und diese beinhalten leider auch Drogenanbau, Prostitution, ausbeuterische Kinderarbeit, Flucht in die Elendsviertel der Großstädte oder Emigration.


Das richtige Gefühl

Der Fairtrade-Gedanke ist nicht neu. Bereits 1946 gab es mit „Ten Thousand Villages“ in Amerika das erste heute noch aktive Faitrade-Projekt. Ab 1960 kam dann in Europa die Freihandelsbewegung auf mit ihren Weltläden. 1988 wurde dann – ausgehend von den Niederlanden – das unabhängige Zertifikat „Max Havellaar eingeführt und entwickelte sich im laufe der Jahre zu einem weltweiten Fairtrade-Label.

Bertschi-Café hat sich schon früh für Fairtrade und Bio entschieden. Als eines der ersten Schweizer Unternehmen unterzeichneten wir 1991 den ersten Lizenzvertrag mit der frisch gegründeten Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) und 1992 einen der ersten Lizenzverträge mit Bio Suisse. Die strengen Richtlinien und Kontrollen geben unseren Kunden Sicherheit und verdeutlichen klar unser Engagement und Versprechen. Bis heute arbeiten wir eng mit beiden anerkannten und bekannten Stiftungen zusammen.

Für unser Fairtrade und Bio-Sortiment importieren wir den ausgewählten Rohkaffee direkt von den Kooperativen aus den Anbauländern Lateinamerikas sowie Afrika. „In den Anfangszeiten war der Einkauf noch ein echtes Abenteuer. Nicht selten kam es vor, dass die Verhandlungen direkt mit den damaligen mexikanischen Rebellen geführt wurden.“ erinnert sich Hans-Jürg Reber. Aber diese spannenden Zeiten sind vorbei. Durch die langjährige Zusammenarbeit ist ein gegenseitiges Vertrauen und Freundschaft gewachsen. Trotzdem besuchen wir unsere Kaffee-Partner noch regelmässig auf Ihren Kaffeeplantagen. So können wir uns auch direkt ein Bild über die Fortschritte und Auswirkungen von fairen Handel und von biologischen Anbau machen. Und als kleiner Vorteil – wir wissen meist schon im Vorfeld um die Qualität der Ernte und können uns den besten Rohkaffee für unsere Kaffeesorten sichern.

Wir sind etwas stolz, dass wir von Anfang an mit dabei sind. Und die positive Entwicklung über die Jahre gibt uns die Motivation und die Sicherheit, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.


Max Havelaar

Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

Die 1992 gegründete Max Havelaar-Stiftung vergibt in der Schweiz das Fairtrade-Label für Produkte, die nach strengen sozialen und ökologischen Kriterien produziert und fair ge¬handelt werden. Hauptaufgaben der Max Havelaar-Stiftung sind die Schaffung von Marktzugang für fair gehandelte Produkte sowie die Informations- und Sensibilisierungsarbeit für den fairen Handel in der Schweiz.

Stifterorganisationen

Swissaid, Fastenopfer, Caritas, HEKS, Helvetas, Brot für alle

Warum fairer Handel?

Fairtrade stärkt Kleinbauern und Plantagenarbeiter in Entwicklungs- und Schwellenländern, damit diese ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft nachhaltig verbessern können. Zentrale Instrumente dazu sind faire Handelsbedingungen, starke Produzentenorganisationen, Preisstabilität, Prämien, nachhaltiger Anbau und Unterstützung vor Ort. Fairtrade-Kleinbauern und -Arbeiterinnen erhalten eine Stimme, werden wahrgenommen und treffen demokratische Entscheidungen. Darüber hinaus spielen die Produzenten als gleichberechtigte Miteigentümer des Fairtrade-Systems eine aktive Rolle bei der Weiterentwicklung von Fairtrade.

Wofür steht das Gütesiegel?

Das Fairtrade-Gütesiegel steht für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Produkte. Fairtrade verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem nebst Anforderungen an den nachhaltigen Anbau, auch die demokratische Organisation der Produzenten und fairer Handel zentral sind.

Wie wirkt Fairtrade?

  • Verbesserte Einkommenssituation und mehr finanzielle Stabilität für Kleinbauern
  • Geregelte Arbeitsbedingungen und verbesserter Gesundheitsschutz für Plantagenarbeiter/innen
  • Selbstbestimmung und Verantwortungsübernahme dank Mitbestimmung in demokratisch organisierten Kooperativen und Arbeitergremien
  • Fairtrade-Prämien ermöglichen nebst Investitionen in Produktivität und Qualität, Entwicklungsprojekte, wie den Bau von Schulen, Investitionen in Wasserprojekte oder medizinische Versorgung
  • Wichtiger Beitrag an die Entwicklung ländlicher Gegenden
  • Schutz von natürlichen Ressourcen und Förderung der Bio-Landwirtschaft

Der Schweizer Fairtrade-Markt

Das Fairtrade Max Havelaar-Label gibt es in der Schweiz für rund 2000 Produkte im Food und Non-Food Bereich. 130 Lizenznehmer, über 750 Gastronomiebetriebe und zahlreiche Personalrestaurants bieten Fairtrade-Produkte an. Der jährliche Pro-Kopf-Umsatz mit Fairtrade-Produkten liegt in der Schweiz bei 47 Franken – der höchste Wert weltweit. Damit haben Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten rund CHF 6 Millionen Prämiengelder im Jahr 2012 ermöglicht.

Fairtrade Max Havelaar ist das bekannteste Nachhaltigkeits- Label in der Schweiz mit den höchsten Zustimmungs- und Vertrauenswerten.

Quelle: Max Havelaar (Stiftung) Schweiz
Umfassende Infos direkt auf:
www.maxhavelaar.ch


Bio Suisse

Bio Suisse

Zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer essen regelmässig Bio. Und es werden immer mehr. Sie schätzen die Natürlichkeit, den unverfälschten Geschmack und die Sicherheit von Bio-Produkten. Knospe-Lebensmittel entstehen im Einklang mit der Natur. Sie sind besonders umweltschonend hergestellt und stehen dabei für höchste Qualität, sorgfältige Verarbeitung, strenge Richtlinien und unabhängige Kontrollen. Damit garantieren sie eine besonders hohe Bio-Qualität.

Konsequent seit 1981

Bio Suisse setzt sich seit 1981 für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ein. Über 5700 Knospe-Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe sind dem Dachverband angeschlossen und wirtschaften konsequent auf ihrem ganzen Betrieb nach den Bio Suisse Richtlinien – einem der weltweit höchsten Bio-Standards. Nach diesem richten sich übrigens auch die über 800 lizenzierten Verarbeitungs- und Handelsbetriebe bei der Arbeit mit ihren Knospe-Produkten. Bio Suisse entwickelt die hohe Qualität der Knospe laufend weiter. Nebst ihren ökologischen Zielen engagiert sich Bio Suisse auch für soziale, faire und transparente Bedingungen in der ganzen Bio-Branche.

Vielfalt fördern – Umwelt schonen

Die Knospe setzt sich von jeher für Nachhaltigkeit, Biodiversität und Ressourcenschutz ein. Mit konsequentem Verzicht auf Kunstdünger und chemisch-synthetische Pestizide, einem meist begrünten und bedeckten Boden sowie vielfältigen Ackerkulturen halten Knospe-Bauern den Boden fruchtbar und schützen Wasser, Boden, Luft und Lebewesen vor Umweltgiften. Bio Suisse setzt gezielt auf Klimaschutz. Flugtransporte für Knospe- Lebensmittel sind verboten. Knospe-Produkte sind zudem umweltschonend und ökologisch verpackt.

Vertrauen und Fairness

Knospe-Produkten können Sie vertrauen. Ausländische Bio-Betriebe müssen die gleichen Standards erfüllen wie Betriebe in der Schweiz und werden ebenfalls regelmässig von unabhängigen Stellen kontrolliert. Fairness heisst die Devise: Bio Suisse setzt sich im Inland und bei Importprodukten für faire Preisbildung und soziale Standards auf den Betrieben ein.

Eine greifbare Marke

Die Knospe, die Marke von Bio Suisse, deklariert die Herkunft der Produkte und bürgt für Echtheit und Qualität. Mehr als 80 Prozent der Knospe-Produkte stammen aus der Schweiz – damit verbunden sind auch kurze Transportwege bis in den Laden.

Die Bio Knospe

Das Produkt enthält mehr als 10 Prozent importierte Rohstoffe. Diese unterliegen gleichwertigen Richtlinien und Kontrollen wie Schweizer Knospe-Produkte.

Quelle: Bio Suisse
Umfassende Infos direkt auf:
www.biosuisse.ch


Euro Bio

EURO-Bio

Die biologische Landwirtschaft ein landwirtschaftliches System, das Sie, den Konsumenten, mit frischen, geschmackvollen und authentischen Lebensmitteln versorgt, wobei gleichzeitig natürliche Lebenskreisläufe respektiert werden. Um dies zu erreichen, basiert die biologische Landwirtschaft auf einer Anzahl von Zielen und Prinzipien sowie auf Praktiken, die darauf ausgelegt sind, den menschlichen Einfluss auf die Umwelt zu minimieren. Dadurch wird gewährleistet, dass das landwirtschaftliche System so natürlich wie möglich funktioniert.

Typische Praktiken des Biolandbaus beinhalten:

  • Mehrjährige Fruchtfolgen als Voraussetzung für eine effektive Nutzung von lokal verfügbaren Ressourcen
  • Verbot der Verwendung chemisch synthetischer Pflanzenschutzmittel und synthetischer Düngemittel sowie äußerst eingeschränkter Gebrauch von Tierantibiotika, Lebensmittelzusatzstoffen und Verarbeitungshilfsstoffen sowie anderen Zusatzstoffen
  • Absolutes Verbot für die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen
  • Nutzung von lokal vorhandenen Ressourcen wie z.B. Stalldünger zum Düngen oder hofeigenes Futter
  • Auswahl von Pflanzen- und Tierarten, die krankheitsresistent und an lokale Bedingungen angepasst sind
  • Aufzucht von Nutztieren in Freilauf- und Freilufthaltung sowie ihre Versorgung mit Biofutter
  • Artgerechte Tierhaltungspraktiken, die auf die verschiedenen Tierarten abgestimmt sind

Aber die Biolandwirtschaft ist auch Teil einer größeren Warenkette, welche die Lebensmittelverarbeitung, den Lebensmittelgroßhandel, den Einzelhandelssektor und letzten Endes auch Sie umfasst. Jedes Mal also, wenn Sie einen Bioapfel in Ihrem örtlichen Supermarkt kaufen oder einen Wein aus biologischen Trauben von der Speisekarte Ihres Lieblingsrestaurants aussuchen, können Sie sicher sein, dass diese Produkte nach strengen Regeln produziert wurden. Diese zielen darauf ab, die Umwelt und Tiere zu respektieren.

Für biologische Landwirte ist die Gesundheit des Bodens und die Achtung der Umwelt von entscheidender Bedeutung für den Fortbestand von Mensch und Tier. Biologisch wirtschaftende Landwirte respektieren die Umwelt durch:

  • verantwortungsvolle Nutzung von Energie und natürlichen Ressourcen
  • Erhaltung der biologischen Vielfalt
  • Aufrechterhaltung von regionalen ökologischen Gleichgewichten
  • Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit
  • Erhaltung von Wasserqualität

Verarbeiter und im weiteren Sinne Vermarkter und Lieferanten von biologischen Lebensmitteln haben die gleichen Ziele wie Biobauern – die Bereitstellung frischer und authentischer Lebensmittel, welche die Natur und ihre Systeme respektieren.

Wichtige Prinzipien für die Verarbeitung biologischer Produkte beinhalten:

  • strenge Beschränkung der Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsmittel
  • strenge Beschränkung chemisch synthetisierter Zusatzstoffe
  • Verbot der Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)

Obwohl der Biolandbau versucht, die traditionellen Wurzeln der Landwirtschaft zu bewahren, reflektiert die biologische Verarbeitung die vielfältigen Geschmäcker und kulinarischen Vorlieben der modernen Konsumenten.

Quelle: Europäische Union
Umfassende Infos direkt auf:
http://ec.europa.eu/agriculture/organic/organic-farming/what-is-organic-farming/index_de.htm